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Unsere Tour zum Nordkap

Weiter unten zurück 6. Tag - Nordkap - Steinerne Kathedrale , Finnkjerka Zum Verzeichnis 

27. März bis 7. April 2010
Unterwegs mit Hurtigruten
7. Tag - 02. April 2010 - Kirkenes - Vardø
(bewegt die Maus auf die Bilder, es könnten noch weitere erscheinen)

Gegen 9:00 Uhr fuhr die Kong Harald in den Bøkfjord hinein in dem Kirkenes liegt. Eisschollen schwammen am Schiff vorbei. Das zeigt uns, dass Kirkenes kein eisfreier Hafen ist, der Golfstrom gelangt hier nicht hin.
Um 9:45 legte das Schiff an der Mole von Kirkenes an und gleich fuhren wir in den bereitgestellten Bussen los. Unser Ziel war das Eishotel, das Kirkenes Snow Hotel. Nach kurzer Fahrt hielt der Bus in einer kleinen Parkbucht an und wir stiegen aus.
Auf der anderen Straßenseite hinter einigen Büschen ratterte ein Eisenbahnzug ins Landesinnere vorbei. Die Lok zog leere Schüttgutwagen. Als wir eineinhalb Stunden später zu dieser Parkbucht zurückkehrten fuhr ein voll beladener Zug in umgekehrter Richtung vorbei. Was hatte er geladen? Eisenerz war es! Anfang des 20.Jahrhunderts begann man hier oben die Erzmine zu erschließen und der Ort, der vorher nur aus ein paar Häusern und einer Kirche bestand, erblühte und wurde eine wohlhabende Stadt. Die Mine wurde 1996 wieder geschlossen, da der Abbau zu teuer wurde. Wie wir sahen, wird das schwarze Gold wieder abgebaut.
Doch wo war es, das Eishotel? Ringsum nur verschneite hügelige Landschaft. Wir folgten dem örtlichen Reiseleiter auf einer schmalen Straße und vernahmen plötzlich Hundegebell, ein freundliches Gebell. Und da sahen wir sie, die Schlittenhund-Gespanne. Da kann das Schneehotel nicht weit sein, denn laut Reisebeschreibung starten die Hundeschlitten hier in Kirkenes beim Schneehotel. Da ist es auch schon, eine Kette von aneinander gereihten Iglus. Beim größten Iglu traten wir ein. Ein Vorhang diente als Tür. Wir befanden uns jetzt im größten Raum der Anlage, in der Bar.

In der Mitte stand ein Tresen aus durchsichtigen Eisblöcken und seitlich einige Sessel aus gefrorenem Schnee mit Renntierfellen als Sitzauflage. Wir warfen noch einen Blick in einige Hotelzimmer. Schummrig sind sie, wir brauchten einige Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Doch dann erkannten wir, dass die Räume reich dekoriert sind. Jedes Zimmer war thematisch anders gestaltet. Natürlich alles aus Schnee und Eis. Bei Temperaturen um minus fünf Grad Celsius schliefen die Gäste in den Doppelbetten mit dem Eisrahmen in wohl temperierten Schlafsäcken. Toiletten und Duschen befanden sich im beheizten Haupthaus.

Draußen vor dem Schneehotel begrüßten uns einige Rentiere. Sie waren ganz zahm und wir konnten sie streicheln. Die Tiere waren kastriert. So werden sie friedlich, berichtete der Reiseleiter.

Er war übrigens Deutscher und absolvierte hier sein Praktikum, er will nämlich Biologie studieren. In dem Gehege stand auch ein typisches Zelt, wie es die Samen nutzten, die mit der Rentierherde durchs Land zogen. Schaut, wie es innen aussieht.

Am Rentiergehege vorbei führte der Weg zu den Hundeboxen. Hier waren sie, die Schlittenhunde, die gerade keinen Schlitten ziehen mussten. Sie waren es gewohnt, dass Touristen zu ihnen kamen und begrüßten uns freudig.

Etwas weiter unten am Hang hörten wir noch mehr Hundegebell. Die Schlittenhund-Gespanne waren von ihrer sechs Kilometer langen Rundtour zurück. Ein bis zwei Touristen saßen auf den Schlitten und hinten auf den Kufen stand ein Hundeschlittenführer. So belanden zogen die Hunde den Schlitten um einen zugefrorenen See. Das war wohl schon recht anstrengend für die Hunde, denn der Schnee war schon etwas pappig.

Zum Abschluss des Besuches erhielten wir in einem massiven nachgebauten Rundzelt noch eine kleine Wegzehrung. Es gab eine Wurst aus Renntierfleisch eingewickelt in eine Pfann-kuchen und einen Becher Tee dazu.

Um viertel vor ein Uhr legte das Schiff in Kirkenes wieder ab und wir traten die Rückreise an. Jetzt bekamen wir Orte zu sehen, an denen die Kong Harald bei der Hinreise in den späten Abendstunden oder nachts angelegt hatte. So auch Vardø, den Ort, den wir um 16:00Uhr erreichten. Er liegt auf der Insel Vardøya und zu einem kleinen Teil auf dem Festland. Beide Teile sind durch einen Unterseetunnel verbunden. Vardø ist die östlichste Stadt Norwegen und liegt in etwa auf dem gleichen geografischen Längengrad wie Istanbul oder Kairo. Die Gemeinde wurde im Jahre 1306 gegründet. Vardø sollte als Bollwerk gegen Russland bestehen. Dazu wurde 1737 die achteckige Festung Vardøhus mit vier Bastionen errichtet.

Es ist wohl die einzige Festung auf der Welt, die bis heute ihre Mission erfüllte, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Nur im Januar wird die Sonne mit einem Salutschuss begrüßt. Am Hafen empfing uns ein Fremdenführer und begleitete uns zu dieser Festung.
Eine Stunde später legte das Schiff schon wieder ab, natürlich mit uns an Bord.
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